frei willig arbeiten

frei willig arbeiten

Ein Projekt von satellit produktion
Im Rahmen des Marstallplan „Luxus braucht Sklaverei“
Am Residenztheater München

 

Wie leben wir und auf wessen Kosten? Wer zahlt den Preis von Luxus und Wachstum? Und wo bleibt die persönliche Möglichkeit einer Wahl oder eines Eingriffs? Wo die Chance auf Veränderung? Das Sommerfestival Marstallplan 2015 stellt sich diesen Fragen und lädt junge Regisseure zum Thema ein. Die Marstallplan-Inszenierungen werden in kurzer Zeit produziert. Sie sind Skizzen und eine gewollte Überforderung am Ende der Spielzeit. Das Festival sucht 2015 das Spiel mit der grotesken Geschichte des Handels vom Menschen mit Menschen. Den modernen Sklaven und dem Wachstumsmarkt Mensch schenken wir ein Festival lang Aufmerksamkeit.

Ich verbringe einen Großteil meiner Lebenszeit mit Arbeit.
Welchen Stellenwert hat Geld für mich?
Wie gehe ich mit Macht um?
Und was bedeutet mir Freiheit?

In einer experimentellen Kollage aus wortgewaltigen Fremdtexten und einer persönlich-dokumentarischen Recherche untersucht „frei willig arbeiten“ unseren Lebenswert. Wie empfindet beispielsweise ein junger Unternehmer, ein Straßenkehrer oder ein Schauspieler den Wert seiner Arbeit in der Gesellschaft? Am Ende bedeutet das auch zu hinterfragen, wie wir uns heute selbst versklaven und wo wir unseren ganz persönlichen Luxus finden können.


Team

Schauspieler: Nora Buzalka, Michele Cuciuffo und Simon Werdelis
Sprecher: Charlotte Schwab, Ulrike Willenbacher und Paul Wolff-Plottegg
Regie: Ana Zirner
Dramaturgie: Martina Missel und Christina Hommel
Choreografie: David Russo
Bühne: Bettina Pommer
Kostüme: Henriette Müller
Musik: Jan Faszbender
Regieassistenz: Frauke Fichtner
Kostümassistenz: Lisa Reuter

Aufführungen

Uraufführung am 04. Juli 2015

Weitere Aufführungen am 05. & 06. Juli 2015

Residenztheater München | Marstall | Marstallplatz 4 | 80539 München

Gewinner des Kurt-Meisel-Förderpreises 2015


Presse

“ (…) die daraus ein schönes Tableau der Arbeitsrealität schaffen, das dann richtig toll wird, wenn die drei langsam von den Texten der Fremden zur eigenen Wirklichkeit kommen. Dann wird es ganz privat und an den Wegrändern findet sich vieles.“

Egbert Tholl – Süddeutsche Zeitung, 07. Juli 2015

(…) Ebenso witzig wie anrührend (…)

Alexander Altmann – Münchner Merkur, 07. Juli 2015

“ (…) Nicht nur haben die drei Schauspieler Nora Buzalka, Michele Cuciuffo und Simon Werdelis intensive Gespräche mit Menschen geführt, die als Straßenkehrer, Software-Entwickler, Bühnenreinigungskraft hier im Residenztheater und Escort-Dame ihren sehr unterschiedlichen Berufen in unserer direkten Umgebung an der Maximilianstraße nachgehen. Sondern sie haben sich auch selber und sehr persönlich mit ihren Ansichten und Auffassungen über ihre Arbeit als Schauspieler in diese Inszenierung eingebracht. Sie rücken uns im Laufe des Abends buchstäblich näher, von der Rückwand des Marstalls, wo der Abend ganz in der Tradition dieser Theaterform mit einem Kauderwelsch aus Gesetzestexten und theoretischen Definitionen beginnt, bis in die Zuschauerreihen, wo wir mit der persönlichen Präsenz derjenigen, die da im Augenblick für uns arbeiten, sehr konkret und hautnah konfrontiert sind. Der Abend berichtet also auch von seinen eigenen Bedingungen, vom Her-Stellen und Zuschauen, und auch wenn sich dabei ein strenger Begriff von Sklaverei natürlich auflöst, reflektiert diese Inszenierung doch sehr gut die Bedingungen der Arbeit am Vergnügen, das sie uns gleichzeitig auf intelligente Weise bereitet. Ich darf Ana Zirner und ihr Team also sehr herzlich zum diesjährigen Kurt-Meisel-Förderpreis gratulieren!“

Auszug aus der Laudatio von Martin Kusej zum Kurt-Meisel-Förderpreis 2015